Historie

1900

In Griesheim wurden die ersten zaghaften Schritte im Fußballsport um die Jahrhundertwende herum unternommen. Junge Burschen, die in Darmstadt die höhere Schule besuchten, lernten dort das aus England stammende Spiel kennen. Hier in Griesheim unternahmen sie an verschiedenen Plätzen, vornehmlich im Hof der Alten Schule (heute Platz Bar-le-Duc), erste Versuche, ohne zu ahnen, dass "Fußball" einmal eine Massenbewegung werden sollte. Gespielt wurde in Straßenschuhen, Tretobjekt war eine Art Vollgummiball, bzw. ein "Lappenball".

1905

In diesem Jahr beschlossen einige der jungen Männer, die vorwiegend aus der Turngemeinde kamen, einen eigenen Verein zu gründen. Der Verein nannte sich "Fußballclub 1905 Griesheim" und hatte im Gasthaus "Zum weißen Hirsch" (Ecke Pfungstädter Straße und Sterngasse) sein Vereinslokal. 1. Vorsitzender war Heinrich Wildmaier. Nach einiger Zeit waren so viele Spieler beisammen, dass zwei Mannschaften gestellt werden konnten. Gespielt wurde auf brachliegendem Steppengelände auf dem sogenannten Schießplatz, heute Eberstädter Weg. Die Tore bestanden aus zwei Holzpfosten, die oben mit einem Seil verbunden wurden. Die Torbalken wurden nach jedem Spiel abgebaut und wieder mit nach Hause genommen. In Mode kamen nun auch luftgefüllte Bälle - außen Leder, innen Gummiblase. Diese in Berlin hergestellte Kostbarkeit wurde wie ein Augapfel gehütet. Da es verpönt war, in "unanständiger" Sportbekleidung durch das Ort zu laufen, zog man sich unter einem Nussbaum um, doch für die Beseitigung von Schmutz und Schweiss gab es noch keine Möglichkeit. Nach einiger Zeit war man schließlich soweit, sein Können mit Burschen aus anderen Orten zu messen, wobei es sich zu dieser Zeit noch um "wilde" Spieler handelte, da man es sich nicht leisten konnte, dem Verband beizutreten.
1906

1906

Nach Unstimmigkeiten wurde der "Fußballclub 1905" aufgelöst und in "Fußballclub 1906" umbenannt. Dieses Datum wurde später als Gründungsdatum geführt. Gleichzeitig zog man in die Gaststätte Kaut in der Hahlgartenstraße um. Zwei Jahre später erfolgte ein weiterer Umzug in das Lokal von Peter Höhl in der Pfungstädter Straße.

1908

Es gründete sich ein weiterer Fusßballverein in Griesheim, der "Sportclub 08", der ebenfalls über eine grosße Anzahl von Spielern verfügte.

1913

Der "Fußballclub 1906" und der "Sportclub 1908" schlossen sich zusammen und nannten sich von nun an "Sportclub Viktoria". Gleichzeitig beantragte man die Aufnahme in den Süddeutschen Fußballverband. Aus dem "wilden Spielen" wurde fortan ein geordneter Spielbetrieb. 1. Vorsitzender war Max Meyer. Der Ausbruch des 1. Weltkrieges bewirkte, dass der Spielbetrieb nahezu zum Erliegen kam, da die jungen Männer den Sportdress mit dem Waffenrock tauschen mussten. Etliche kehrten nicht mehr von den Schlachtfeldern in Frankreich zurück.

1919

Mit Beendigung des Krieges sollte eine große Zeit für den Verein anbrechen. Ein großer Stamm talentierter junger Spieler war herangewachsen. Der Sportclub Viktoria zählte leistungsmäßig zu den Spitzenvereinen in Südhessen. Fähige Leute führten den Verein, 1.Vorsitzender war im nächsten Jahrzehnt Christian Müller.

1922

An der Straße nach Darmstadt, am sogenannten "Moschewäldchen" (heute etwa auf Höhe der Kreuzung Haydnstraße) bauten die Vereinsmitglieder in kurzer Zeit - nur mit Schippe und Schubkarren - ein Sportgelände, auf dem später sogar noch eine kleine Holztribüne errichtet wurde. Vereinslokal war der legendäre "Rebstock" in der Pfungstädter Straße.

1931

In den dreißiger Jahren entstand dem Fußball in Griesheim mit den in hohen Klassen vertretenen Handballern, Turnern und Leichtathleten große Konkurrenz. Der Fußball war rückläufig und man stieg auf Kreisebene ab. 1.Vorsitzender wurde nach dem plötzlichen Tod von Christian Müller nunmehr Ludwig Fiedler, ab 1935 leitete Peter Friedmann die Viktoria.

1938

Während der NS-Zeit und der damit verbundenen "politischen Planung" auch auf dem sportlichen Gebiet wurden alle Griesheimer Sportvereine (es gab neben dem SC Viktoria noch die Turngesellschaft und die Turngemeinde) zu einem einzigen Großverein zusammengeschlossen. Dieser nannte sich "GfL" (Gemeinschaft für Leibesübungen). Der ein Jahr später beginnende 2. Weltkrieg ließ aber bald fast alle sportlichen Initiativen zum Erliegen kommen. Wieder mussten die jungen Männer an die Fronten und dort zum Teil ihr Leben und ihre Gesundheit opfern. Auf dem heutigen vom TuS genutzten Gelände an der Jahnstraße war ein neues Sportzentrum entstanden, wo auch die Fußballer eine neue Heimat fanden.

1946

Einige Monate nach Ende des furchtbaren Krieges wurde in Griesheim wieder ein Sportverein gegründet, der sich zunächst "Freie Sport- und Kulturgemeinde" (FSKG) nannte, zwei Jahre später in "Turn- und Sportverein" (TuS) umbenannt wurde. In dem Großverein waren etliche Sparten zu finden; die Fußballer spielten nur eine untergeordnete Rolle. Zunächst in die Bezirksliga eingestuft, stiegen sie in die Kreisklasse ab.

1950

Im Sommer dieses Jahres entschloss sich der größte Teil der Fußballabteilung des Turn- und Sportverein, einen eigenen Verein zu gründen, und gaben ihm wieder den traditionsreichen alten Namen "Sportclub Viktoria". Die denkwürdige Gründungsversammlung fand im Lokal Franz Krause (heute Tengelmann-Markt) statt. 1.Vorsitzender war Alfred Morlock, dem in den folgenden Jahren die Herren Nikolaus Kaffenberger, Valentin Klippel und Adam Stumpf als Vorsitzende folgten. Die 1. Mannschaft wurde als "neuer Verein" in die unterste Klasse (B-Klasse) eingestuft, schaffte aber auf Anhieb den Aufstieg in die Kreisklasse A. Gespielt wurde auf einem der beiden Plätze an der Jahnstraße (heute TuS-Tennisplätze). Als Umkleide- und Waschräume diente eine ausgediente Wehrmachtsbaracke.

1954

Der Verein expandierte, was zur Folge hatte, dass es bei "Krauses" zu eng wurde. Man nahm deshalb ein Angebot der Besitzer des Gasthauses "Zur Kanone" an, die einen Saal gebaut hatten. Bis 1967 war die "Kanone" nun das Vereinslokal. Sportlich stagnierte man in den fünfziger Jahren. 1957 stieg man in die Bezirksliga auf, im folgenden Jahr aber gleich wieder ab.

1964

Unter dem weitgereisten Trainer Hermann Rascher gelang endlich der Durchbruch mit dem Aufstieg in die Bezirksliga. Das Gros der Mannschaft bildeten hochtalentierte Spieler aus der eigenen Jugend um Karlheinz Schecker, den späteren Vereinsvorsitzenden. 1.Vorsitzender war zu dieser Zeit Heinz Hoffmann. Ab dem Jahre 1963 spielte die 1. Mannschaft auf dem neu gebauten Platz "Im dürren Kopf"; die unteren Mannschaften blieben zunächst noch an der Jahnstraße. Bereits im Jahre 1960 hatte der Verein die alte Wehrmachtsbaracke gegen ein massives Gebäude (heute TuS-Tennisheim) getauscht, das in Selbsthilfe errichtet worden war und von 1967 bis 1971 sogar als Vereinsgaststätte diente, nachdem man nach Unstimmigkeiten aus der "Kanone" weggezogen war.

1970

Auf dem Gelände am Hegelsberg entstand ein neues Sportzentrum mit drei Plätzen, das die Stadt Griesheim der Viktoria zur Verfügung stellte. Der Verein selbst baute die derzeitige Vereinsgaststätte mit den dazugehörigen Funktionsräumen im Untergeschoss. Im Sommer 1971 war Einweihung des neuen Geländes mit einem Spiel gegen den Zweitligisten FC Gütersloh. Erstmals in der Griesheimer Fußballgeschichte bildete sich in dieser Zeit auch eine Damen-Mannschaft.

1973

Neun Jahre spielte die 1. Mannschaft in der Bezirksliga eine mehr oder wenige gute Rolle. Immer wieder machte sich die eigene Jugendarbeit bezahlt. Vereinstreue wurde zu dieser Zeit noch großgeschrieben. Starke Spieler aus dem Nachwuchs halfen ebenso wie zahlreiche auswärtige Spieler, das spielerische Niveau zu heben. 1973 wurde man Meister der Bezirksliga und stieg in die Gruppenliga (heute Landesliga) auf. Trainer war Horst Lichtel. Das Team wurde nun - nicht zuletzt dank betuchter Sponsoren (in erster Linie der einflussreichen Bauunternehmer Funk u. Allers) - kontinuierlich verstärkt.

1977

Nach vier Jahren Gruppenliga war die Zeit reif für den Aufstieg in die Oberliga, die höchste Amateurklasse. Das Geschenk der Stadt Griesheim bestand in der schmucken, überdachten Tribüne für ca. 3000 Zuschauer. Trainer war noch immer Horst Lichtel. Zuschauerzahlen zwischen 1000 und 2000 waren jetzt keine Seltenheit. Sogar das Fernsehen berichtete regelmäßig. Trainer wurde jetzt Ex-Profi Horst-Dieter Strich, der ein starkes Team formte, das sogar in der Oberliga vorn mitspielte. Ein Kuriosum: Der im gleichen Jahr gewählte neue 1.Vorsitzende, der 32-jährige Karl-Heinz Schecker, spielte noch in der 1.Mannschaft. Der Verein hatte zu dieser Zeit seine Glanzzeit. Annähernd 20 Mannschaften spielten beim Verein. Die A-Jugend spielte in der Landesliga, die starke Jugend bereiste ganz Europa, zweimal sogar die USA.

1981

Das größte Jahr in der Vereinsgeschichte. Mit einem 2:1-Sieg im letzten Spiel beim VfB Gießen wurde die 1.Mannschaft "Hessischer Meister der Amateure" und wäre nur ein Jahr zu vor noch in die 2.Bundesliga aufgestigen. Doch just in diesem Jahr gab es keinen Aufsteiger, weil die bis dahin zweigleisige 2.Bundesliga in eine eingleisige umgeformt wurde. Die Mannschaft spielte stattdessen um die Deutsche Amateurmeisterschaft und schied in der ersten Runde gegen die Amateure des 1.FC Köln (1:5 dort, 4:1 hier) ehrenvoll aus. Im Pokal erreichte das Team als Bezirkspokalsieger und Vizepokalsieger in Hessen die 1.Runde im DFB-Pokal der letzten 128 in Deutschland. Nach einem 8:2 gegen die Amateure des Hamburger SV kam in der 2.Runde das Aus mit einer ehrenvollen 2:6 Niederlage bei Hertha BSC Berlin. In diesem Jahr wurde auch das 75jährige Vereinsjubiläum gebührend gefeiert. Zu Gast war u.a. der FC Bayern München mit Paul Breitner & Co, sowie der Gesangstar Karel Gott anlässlich eines bunten Abends.

1988

In den folgenden Jahren trainierte Peter Walz das Team, das in der Oberliga nun mehr oder weniger gute Plätze belegte. Der Zusauerschnitt von einst 1000 sank auf 250 ab. Nach elf Jahren Oberliga erfolgte 1988 der Abstieg in die Landesliga. Wiederum waren es vornehmlich junge Spieler aus der eigenen Jugend und mit Trainer Karlheinz Pingel auch ein "Eigener", die zwei Jahre später den Wiederaufstieg schafften.

1990

Doch die Zeiten hatten sich geändert - das Geld spielte nun schon eine große Rolle. In der Oberliga spielten starke Teams, teilweise mit Halbprofis. Der Verein konnte da finanziell und damit später auch spielerisch nicht mithalten. Nur ein Jahr später erfolgte der Abstieg in die Landesliga. Hier spielte man nun unter ständig wechselnden Trainern, u.a. Hans-Dieter Wacker, Gerhard Kleppinger, Thorsten Schlau, zuletzt wieder Peter Walz mehr schlecht als recht. Der erhoffte Wiederaufstieg blieb aus - im Gegenteil.

1999

Abstieg von der Landesliga in die Bezirksoberliga - nach 27 Jahren auf Landesebene nun also wieder auf Bezirksebene. Wie einst vor Jahrzehnten sind es junge Spieler aus der eigenen Jugend, die in der 1.Mannschaft zum Einsatz kommen. Kurzfristiges Ziel ist zumindest der Wiederaufstieg in die Landesliga.

2001

Nach dem verpassten Ziel Wiederaufstieg wurde fär die Saison 2000/2001 der Trainer Norbert Funk, ein Eigengewächs, der vorher nur Jugendmannschaften trainiert hatte verpflichtet. Er verstand es aus einem relativ kleinen Kader von Spielern, überwiegend aus der eigenen Jugend, ein spielerisch starkes und kameradschaftlich geschlossenes zielorientiertes Team zu bilden. Unsere Bilanz mit 83 von 102 möglichen Punkten ist einmalig. In den 34 Spielen gab es 26 Siege, 5 Unentschieden und 3 Niederlagen. Mit 114 Toren erzielten wir die meisten Tore und stellten mit 44 Treffern auch die beste Abwehr. Eingesetzt wurden nur 19 Spieler, in allen 34 Spielen waren dabei: Helmut Mieth, Alper Goeksal, Manuel Lücke, Heiko Dickler, Huseyin Güler. 32 Spiele Steffen Andre, Simon Lang, 31 Spiele Florian Funk, Cam Ugur, 30 Spiele Holger Rothmann, Michael Best, 18 Spiele Eftimios Angelidis, 14 Spiele Jörg Leber, 12 Spiele Sebastian Fideler, 10 Spiele Christian Funk, 6 Spiele Heiko Rothmann, 4 Spiele Dennis Ungewitter und 2 Spiele Semere Mehary. Die 114 Tore erzielten: Alper Goeksal 33, Florian Funk 26, Huseyin Güler 19, Frank Hinze 11, Heiko Dickler 9, Manuel Lücke 7, Steffen Andre, Simon Lang und Cam Ugur je 2, bei 2 Eigentoren durch den Gegner. Allen Griesheimern verspricht der Trainer Norbert Funk mit diesem Team das noch gezielt verstärkt wird, auch in der Landesliga schöne und spannende Spiele in der Hoffnung auf mehr Zuschauer. Denn fär Sportler sind Zuschauer immer eine zusätzliche Stimulans, daher unsere Bitte, besuchen Sie unsere Heimspiele.

2003

Nach einem 3. Platz im Jahre 2002 mit dem Scheitern in der Relegation zur Oberliga wurde 2003 wieder ein erfolgreiches Jahr. Der jungen Mannschaft gelang nach einem Kopf an Kopf-Rennen mit Ober-Roden der Wieder- Aufstieg in die Oberliga. Doch nun wurde ein entscheidender Fehler gemacht. Man glaubte, dass die junge aber noch zu unerfahrene Mannschaft die Klasse halten könnte und verpflichtete kaum einen "Neuen". Nur Michael Rumpf und Tobias Best kamen zu dem komplett dagebliebenem Kader hinzu. Die Folge war, dass wir von Anfang an im Besitz der "Roten Laterne" in der enorm starken Oberliga waren und nach einem Jahr wieder in der Landesliga spielten. Absolutes "Higlight" war das Derby gegen den SV Darmstadt 98, vor 4500 Zuschauern, das wir nur 0:1 und unglücklich verloren.

2005 / 2006

Nun galt es einen Neuaufbau in die Wege zu leiten. Es kamen neue Spieler wie Peter Seitel, Dennis Bischoff, Christian Frisch, Dennis Böck, Timothy Beck hinzu. Im Jahre 2005 belegte das Team Platz 5 in der Landesliga. Mittlerweile waren in unserer Jugend hervorragende Talente herangereift. Es wäre eine "Todsünde" gewesen, das zu übersehen und anderweitig "Stars" zu verpflichten. So gelang im Sommer 2005 mit Rudi Hübner, Dominik Lewis, Felix Kalbfleisch, Lukas Hirschmüller, Gabriel Belinga und Marc Wagner gleich sechs eigenen "Youngster" der Sprung in die 1. Mannschaft. Bis zur Winterpause spielte das neuformierte Team teilweise einen begeisterten Fußball und belegte am Ende der Saison im Jubiläumsjahr einen hervorragenden 4. Platz.

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